Schleuderverzinkung

Schleuderverzinkte Produkte

Das automatisierte oder teilautomatisierte Schleuderverzinken ist speziell für Kleinteile entwickelt worden, die eine besonders hohe Oberflächengüte und Passfähigkeit benötigen. Bei Schrauben, Muttern, Nägeln bzw. Stiften und ähnlichen Schüttgütern wird durch den Schleudervorgang „überflüssiges“ Zink von den Teilen abgeschleudert. Dadurch wird sowohl das Passvermögen als auch die Gleichmäßigkeit des Zinküberzuges auf der Bauteiloberfläche verbessert. Und um ein Zusammenkleben der feuerverzinkten Teile zu verhindern, erfolgt im Regelfall das Abkühlen der Kleinteile in einem Wasserbad.

Icon Schleuderverzinkung

Überzugdicken von „Kleinteilen“

Auch wenn in der Praxis die Begriffe „Kleinteile“ und „Schleuderware“ meist synonym benutzt werden, unterscheidet die DIN EN ISO 1461 geschleuderte und nicht geschleuderte Teile anhand unterschiedlicher Überzugdicken. So fordert die Norm beispielsweise bei geschleuderten Teilen eine durchschnittliche Überzugdicke von mindestens 50 μm im Vergleich zu 85 μm bei nicht geschleuderten Teilen.

Überzugdicken von Kleinteilen

Aussehen und Oberflächenqualität bei der Schleuderverzinkung

Durch das Zentrifugieren wird die sogenannte Reinzinkschicht nahezu vollständig entfernt. Somit ergeben sich bei geschleuderten Kleinteilen in der Regel dünnere Zinküberzüge als bei gleichartigen Bauteilen, bei denen man auf das Zentrifugieren verzichtet hat. Dies sorgt im Regelfall dafür, dass die Oberfläche der Kleinteile meist ein hellgraues bis mittelgraues Aussehen des Zinküberzuges aufweist und nicht das typische silbrige Glänzen, wie man es von der üblichen Stückverzinkung kennt. Allerdings ist hinzuzufügen, dass es sich um einen rein optischen Effekt handelt, der keinen Maßstab für die Güte des Korrosionsschutzes darstellt.

Aussehen

Typische Produkte

Das Schleuderverzinken eignet sich besonders gut für Nägel, Stifte oder Haken – also jede Form von Drahtstiften. Ebenso wird das Verfahren bei Kleinteilen aus Formstahl, Stabstahl und Blech eingesetzt. Kleinteile dieser Rubrik gibt es in den vielfältigsten Formen und Abmessungen – beispielsweise Schellen, Scharniere oder Seilklemmen. Zu guter Letzt sind Schrauben, Muttern oder auch Unterlegscheiben als typische Schleuderverzinkungsprodukte zu nennen.

Typische Produkte

Technische Merkmale der Schleuderverzinkung

  • Sehr gutes Passvermögen
  • Verbesserte Gleichmäßigkeit des Zinküberzuges auf der Bauteiloberfläche
  • Durchschnittliche Überzugdicke von mindestens 50 μm
  • Hohe Oberflächengüte

Zentrifugalanlage

  • Chemische Vorbehandlung – auch für hohle Materialien geeignet
  • Bewährter Bulkprozess
  • Für zu behandelnde Stücke bis zu einer max. Länge von je 500 mm und 5 kg Höchstgewicht

Halbautomatische Hängeanlage

  • Vorbehandlung mit Strahlen – das beseitigt scharfe Kanten
  • Ideal geeignet für gelaserte oder gebrannte Materialien und Gusseisen
  • Für zu behandelnde Stücke bis max. 1.500 x 600 x 300 mm und 30 kg

Schleuderverzinkung Kleinteile

Schleuderverzinkung – in 60 Sekunden erklärt!

Vanessa Avila