The Coatinc Company Kontakt Feuerverzinken und Feuerverzinkung

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Neue Zürcher Zeitung

Ausgabe: 20.Mai 2020

Stahl ist das Element des Clans

Die älteste Familienfirma Deutschlands, die Siegener Stahlfirma TCC, war mit knapp 500 Jahren fast am Ende – heute floriert sie.

Einer von Deutschlands Hidden Champions ist eine Verzinkerei mit dem kryptischen Namen The Coatinc Company. Ihre Krisenresistenz musste sie schon mehrfach unter Beweis stellen – das hilft ihr jetzt.

Als Heylmann Dresseler im Jahr 1502 erstmals in den Annalen als Meister in der Stahlschmiedezunft und Bürger der Stadt Siegen erwähnt wurde, konnte er sich wohl kaum vorstellen, dass es mehr als 500 Jahre später noch immer ein auf ihn zurückgehendes Unternehmen geben würde. Dieses Unternehmen ist nun die älteste Familienfirma Deutschlands und heisst inzwischen neudeutsch The Coatinc Company. Das Kerngeschäft ist heutzutage die Verzinkerei. In grossen, offenen Hallen werden die Oberflächen von Stahl und Metall veredelt. Beim Besuch vor Ort fühlt, hört und riecht man förmlich die Ingredienzien der Old Economy. Doch damit wäre es einst beinahe vorbei gewesen, denn vor 40 Jahren hat die Firma, die damals noch Siegener Aktiengesellschaft
(SAG) hiess, eine schwere Krise nur ganz knapp überlebt.

Spielereien mit dem Namen

Sein inzwischen verstorbener Vater Klaus hätte sich mit dem vor rund acht Jahren eingeführten Namen schwergetan, sagt Paul Niederstein im Gespräch in der weissen Villa im Dreslers Park in Siegen-Kreuztal. Die Villa war lange der Familienstammsitz, gehört inzwischen jedoch der Gemeinde. Der 45-jährige Paul vertritt die 17. Generation der Familien und ist seit 2012 der Chef des Unternehmens. Die Namensänderung sei aufgrund der Internationalisierung und durch Spielereien mit den englischen Begriffen für Beschichtung (Coating) und Zink (Zinc) entstanden. Daraus habe sich zuerst der Slogan «Zink different» und später der Firmenname «The Coatinc Company» (TCC) entwickelt. Inzwischen sehe er den komplizierten englischen Namen allerdings auch kritischer, sagt Niederstein. Man kann das Unternehmen wohl durchaus zu den Hidden Champions rechnen, von denen es in Deutschland viele gibt. Am Heimmarkt gehört TCC mit einem Anteil von 12% zu den grössten Anbietern, Branchenprimus ist hier die Firma Voigt & Schweitzer Gelsenkirchen. Die gesamte Branche ist mittelständisch geprägt. Heutzutage hat TCC 18 Standorte in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Mexiko sowie elf Beteiligungen und vier Vertriebsgesellschaften, darunter solche in den USA und Osteuropa. In der Corona-Krise war besonders der Lockdown in Frankreich, Luxemburg und Belgien schmerzhaft, weil TCC dort starke Rückgänge verzeichnen musste, da insbesondere der Automobilbereich betroffen war, bei dem die Firma einen Mengenrückgang von fast 90% zu beklagen hatte. In Mexiko musste das Werk zeitweise sogar ganz schliessen. Das Unternehmen macht mit seinen rund 2200 Mitarbeitern (inklusive der Beteiligungen) einen Umsatz von 300 Mio. €, davon fast 80% mit dem Verzinken. Die jährlich verzinkte Tonnage beläuft sich auf 450 000 t. Das Unternehmen kauft inklusive der Beteiligungen jedes Jahr rund 23 500 t Zink ein, wobei eine Tonne vor der Corona-Krise rund 1800 € kostete.

Ein 20 Meter langer «Kessel»

Unter Oberflächenveredelung können sich viele Menschen wenig Konkretes vorstellen. Beschichtet wird letztlich alles Mögliche aus Stahl und Metall, von der Autobahnleitplanke und dem Laternenmast über Solarkonstruktionen, Gewächshausbauten und Hochregale bis hin zu Hallen und Industrieanlagen. Zu den Kunden gehören auch klassische Schlosserbetriebe, etwa Kunst und Industrieschlosser sowie Automobilfirmen wie BMW und Daimler. Bei der Begehung eines Werks in Kreuztal mit Konzernchef Niederstein werden gerade die Träger von Strassenlaternen zur Verzinkung vorbereitet. Deckenkräne bewegen auch grosse Teile durch die Hallen an ihr jeweiliges Ziel. Die angewendeten Verfahren nennen sich Feuerverzinken, Hochtemperaturverzinken sowie Pulver- oder Nassbeschichtung. TCC betreibt nach eigenen Angaben den längsten Verzinkereikessel Deutschlands mit einem Fassungsvermögen von 760 t Zink. Ein Kran taucht die zu verzinkenden Teile in den «Kessel», der zwar so heisst, aber kein Kessel im eigentlichen Sinn ist, sondern ein 20 Meter langer, zwei Meter breiter und drei Meter tiefer Quader. Durch ein kleines Fenster kann man den Prozess beobachten. Seine Hand sollte man nicht in das heisse Zink tauchen, viel würde von ihr nicht übrig bleiben. Die Arbeiter wissen natürlich, wie man sicher mit dem Rohstoff hantiert, viele arbeiten schon Jahrzehnte für das Unternehmen.

Leiden im Zweiten Weltkrieg

Stahl hat Tradition im Siegerland. Erste Spuren des Bergbaus finden sich bereits bei den Kelten 500 Jahre v. Chr. Rund 2400 Jahre später wurde die Region zu einem der ersten Schwerpunkte der Montanindustrie. Typisch für diese Branche sei die Mentalität, dass Geschäfte per Handschlag besiegelt würden, sagt Niederstein. Stahl hat auch Tradition in der langen Geschichte der Familie Dresler beziehungsweise später Niederstein. Im Lauf der Jahrhunderte hat die Familie Stahl gewonnen, produziert und verarbeitet – heutzutage wird er veredelt. Rund 200 Jahre in Folge, von der fünften bis zur zehnten Generation, stellte die Familie auch den Bürgermeister der Stadt Siegen, ein Vertreter sass zur Kaiserzeit im Reichstag. Im Garten der weissen Villa steht noch immer gut sichtbar die imposante «Bismarck-Eiche », die der Reichskanzler einst Luise Dresler geschenkt hatte. Familiengeschichtlich und unternehmerisch prägend für das 19. und 20. Jahrhundert waren Heinrich Adolf Dresler als Leitfigur der Fabrikantenfamilie sowie seine Frau Clementine Klein, die aus der Familie der Gründer der heutigen SMS Holding stammte, einer Firma für Hütten- und Walzwerkstechnik. Unter ihren elf Kindern waren fünf Söhne, wovon einer im Ersten Weltkrieg zu Tode kam. Das gleiche Schicksal ereilte auch drei Enkel von Heinrich Alfred Dresler innerhalb von nur 14 Monaten im Zweiten Weltkrieg. Dadurch waren der Familie die Namensträger verloren gegangen. Das erstgeborene Kind, die älteste Tochter Luise Dresler, heiratete den späteren protestantischen Pfarrer Alfred Emil Niederstein, wodurch in der 15. Generation ein neuer Ast im Stammbau der Familie entstand. Einer ihrer beiden Söhne, Werner Niederstein, entwickelte sich zum erfolgreichen Kaufmann und übernahm die Geschicke der Firma. Werner ist der Grossvater des heutigen Firmenchefs Paul Niederstein. Seine Mutter Luise war eine fleissige und sorgfältige Tagebuchschreiberin mit grossem politischem und gesellschaftlichem Interesse. Sie hielt ihre Eindrücke zum Niedergang des Kaiserreichs, zur Weimarer Republik, zum Aufstieg der Nazis und zum Verlauf des Zweiten Weltkrieges fest. Auch die ersten Nachkriegsjahre deckte sie noch ab. Es handelt sich laut Paul Niederstein um aussergewöhnliche zeitgeschichtliche Beobachtungen. Die Tagebücher der treuen Monarchistin sollen demnächst in Buchform erscheinen.

Schicksalhaftes Jahr 1978

Dass die heutige TCC einst das älteste Familienunternehmen Deutschlands sein würde, hätte die Familien vor ein paar Jahren selbst nicht geglaubt. Doch seit einem Dreivierteljahr hat man es von der Stiftung Familienunternehmen schwarz auf weiss. Durch ein Buchprojekt seines Vaters zur Firmengeschichte wurde der Clan darauf aufmerksam. Während seiner Recherchen stiess Klaus Niederstein auf ein altes Buch von Emmy Dresler, die im Jahr 1918 viele Fakten über die Familie gesammelt hatte. Dieses Buch war nun bei der Rückverfolgung der Geschichte Gold wert, denn Emmy hatte detailliert den Werdegang der Vorfahren von der ersten Generation bis hin zu ihrem damals bereits betagten Vater aufgezeichnet, dem sie das Buch zum 85. Geburtstag schenkte. Bis vor kurzem galt noch die Firma William Prym aus Stolberg bei Aachen (Autozulieferung, Nähzubehör, Druckknöpfe) als älteste deutsche Familienfirma, die ihrerseits 1530 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Danach folgte die Freiherr von Poschinger Glasmanufaktur aus Frauenau in Bayern (1568). Unter der Führung von Werner und Klaus Niederstein, Pauls Vater, geriet die damals noch als Siegener Aktiengesellschaft (SAG) auftretende Firma im Jahr 1978 in grosse wirtschaftliche Schwierigkeiten. Dazu trugen auch Unstimmigkeiten unter den Familiengesellschaftern bei. Uneinigkeit und Unfrieden in der Verwandtschaft war schon die Ursache des Niedergangs so manchen Familienunternehmens. Das damals bestehende Unternehmen inklusive der fünf Fertigteilverzinkereien sollte schliesslich komplett an die Dortmunder Hoesch AG verkauft werden. Aus kartellrechtlichen Gründen durfte Hoesch aber nur vier Fertigteilverzinkereien übernehmen. Die Verzinkerei Becker, welche die SAG selbst erst 1964 übernommen hatte, blieb schliesslich bei Klaus und Werner Niederstein (alle anderen früheren Gesellschafter waren nicht mehr beteiligt), wodurch die Fortführung des Unternehmens sichergestellt wurde. Von den zuvor 2800 Mitarbeitern und 500 Mio. D-Mark Umsatz blieben nach dem Verkauf jedoch nur noch 60 Angestellte und 5 Mio. Umsatz übrig. Die Verzinkerei Becker wurde jedoch zum Grundstein für die heutige TCC. Im Jahr 1991 gelang der Familie schliesslich mit finanzieller Hilfe der britischen Firma B.E. Wedge der Rückkauf der vier Verzinkereien in Bochum, Würzburg, Siegen und Gross-Rohrheim, die 13 Jahre zuvor an Hoesch gegangen waren. Seitdem sind die Briten mit 49% an TCC beteiligt. Ein Jahr später wurde die Siegener Verzinkerei Holding GmbH gegründet, aus der schliesslich die heutige TCC-Gruppe hervorging.

18. Generation am Start

Wie inzwischen fast jedes Unternehmen hat sich auch TCC das Thema Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben, was denjenigen erstaunen mag, der eine Verzinkerei schon einmal von aussen gesehen hat. Die Gebäude sind häufig von Korrosion betroffen. Paul Niederstein schwärmt jedoch, dass Oberflächenveredelung echte Nachhaltigkeit sei, und überlegt schon, Abgeordnete der Grünen durch seine Anlagen zu führen. Die würden staunen, sagt er voraus. Bei rund 450 Grad verbinde sich Zink mit Eisen, erklärt Niederstein. Bei dem Verfahren gebe es so gut wie keine Rückstände, und was übrig bleibe, sei zu 99% rezyklierbar. Die Verzinkerei ist jedoch sehr energieintensiv, da das Zink flüssig gehalten werden muss. Im Vergleich mit anderen Beschichtungen spare die Feuerverzinkerei allerdings 114 Kilogramm CO2 pro Tonne Stahl. Ausserdem schütze die Verzinkung den Stahl für mehr als 50 Jahre, schone die Oberfläche und verbessere die Widerstandskraft gegen Feuer. Nachhaltigkeit steht auch für die Sicherung der Firma im Fokus. Derzeit scheint zum einen die operative Zukunft des Unternehmens gut gesichert. Paul Niederstein verfolgt eine Wachstumsstrategie, durch die er in den bisherigen Kernmärkten sowie gewissen Schwellenländern in Südostasien und Osteuropa sowie in Mexiko und der Türkei wachsen möchte. Ein wichtiger Baustein dieser Strategie sind Innovationen bei den Anlagen und den Verfahren wie etwa die Hochtemperatur-Verzinkerei. Und da der 45-jährige Paul Niederstein zum anderen Vater von fünf Kindern ist, stehen die Chancen nicht schlecht, dass das Unternehmen auch mittelfristig von einem Familienmitglied geführt werden kann. Das wäre dann die 18. Generation, seit Heylmann Dresseler anno 1502 erstmals in den Büchern der Stahlschmiedezunft erwähnt wurde.

Über Berkeley und Lugano nach Siegen

Paul Niederstein kehrte als Jugendlicher nach einem einjährigen Aufenthalt in einem Internat in den USA 1994 nach Deutschland zurück und machte dort sein Abitur. In den Ferien arbeitete er in der Verzinkerei und wusste damals schon, dass er mittelfristig in den Familienbetrieb würde einsteigen wollen. Doch zuerst folgten der Wehrdienst in der Marine, das Studium der Betriebswirtschaft an der Universität Regensburg sowie ein Marketing- Diplom der University of Berkeley in Kalifornien. Im Jahr 2000 startete er seine Karriere bei der späteren Skandalfirma Enron, für die er unter anderem Assistent der Geschäftsführung in Lugano war. Ein Jahr später wechselte er in den Bereich Verkauf und Marketing von McKinnon & Clark und trat schliesslich im Herbst 2004 in die Siegener
Verzinkerei Holding GmbH der Familie ein. Dort war Niederstein erst für Vertrieb und Marketing zuständig, von 2006 bis 2012 dann Mitglied der Geschäftsleitung für strategische Aufgaben, und seit Oktober 2012 ist er Sprecher der Geschäftsführung

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Veröffentlicht in: „Neue Zürcher Zeitung“ (20.05.2020)

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